Reisetagebuch Teil II

 

 

Susdal
Kirchen
Blick in den Kreml
Notlösung
Wäsche am Fluss
Glücksballon
Bauernmuseum
Mühlen
Baugerüst
Schaschlikgrill
Partyschiff
Kol Scharif“-Moschee
Ural
Elchbabys

 

Eurasien – 10.000 km ostwärts

 

Die Reise nach Asien

 

08.06.2013

Heute ist Huberts Geburtstag. Ich habe ihm gleich beim Wecken gratuliert. Nach einem schönen Frühstück sind wir den Kreml von Rostov besichtigen gegangen und haben uns noch den Wochenmarkt angeschaut (Klamotten, Messer, Kochgeschirr, Spielsachen, Angelzeug, aber kein Obst und Gemüse). Über Ilinskoe sind wir danach Rtg. Susdal (3. Station des „Goldenen Rings“) aufgebrochen. Auf halber Strecke haben wir an einem Fluss Siesta gehalten, in dem man leider nicht baden konnte. Deshalb nutzten wir vor Hitze eine Kaltdusche aus einem Wasser-Kanister. 10x erfrischender als jeder Fluss..! Dort bekam Hubert auch seinem Geburtstagsblumenstrauß aus Wiesenblumen. Zur Feier des Tages habe ich uns zum Mittag Sauerbraten mit Klößen und Erbsen gekocht. Klar aus der Dose, aber immerhin und natürlich verfeinert.

In „Susdal“ nach 191 km bei 26 Grad angekommen, waren wir Abendessen. Hubert kannte eine gute und ruhige Badestelle im Nachbarort – „Kideksha“ an dem wir den Abend und den nächsten Tag verbringen wollen. Dort angekommen, saßen wir in voller Montur und eingesprüht (wegen der Mücken) draußen und es gab Sekt und Geschenke. Trotzdem haben die Mücken Hubert durch die Stuhllehne und das Hemd den Rücken zerstochen. Ich hatte glücklicherweise noch eine Jacke übergezogen, sonst wäre es mir nicht anders ergangen. Als es dunkel war, ließen wir noch Glücks-Ballone mit allen guten Wünschen in den Nachthimmel steigen.

09.06.2013

Diesen Tag wollten wir am Fluss verbringen. Die erste Wäsche stand an und nachdem wir Baden waren, ging es los. Der Fluss hatte eine starke Strömung, eine natürliche Gegenstromanlage, gegen die man nicht ankam. Hubert schaute sich das Auto noch einmal von allen Seiten an. Seitdem wir in Polen die Sache mit den Bremsen erlebt hatten und auf Straßen mit Mords-Löchern gefahren waren, tat er das regelmäßig. Dabei stellte er fest, dass es 2 Schrauben an einer Seite der Stabilisierungsstange für die Vorderachse abgeschert hatte. Dadurch hatten wir auch eine Befestigungs-Schelle verloren. Er sicherte die Aufhängung vorerst mit einem Spanngurt. Dann gab es Erholung bei 28 Grad, Sonnenschein und immer wieder baden.

Am Nachmittag schauten wir uns die Ortskirche von Kideksha an. Sie war im Jahre 1152 erbaut und wirklich schön (inzwischen Unesco Welterbe). Einige Fresken-Teile konnte man noch sehen und alte Mauerabschnitte waren freigelegt worden. An einer Säule ist unter einem eingeritzten Kreuz ein Gesicht zu erkennen, dass Adam darstellen soll. Dann gingen wir noch durch den Ort spazieren. Zurück am Mercedes beschlossen wir, nach Susdal zum Kaffee zu fahren, nach Mails zu schauen und eine Auto-Werkstatt aufzusuchen.

Obwohl Sonntag war und wir nur einen Termin ausmachen wollten, fingen die Leute der Werkstatt gleich mit der Reparatur an. Ein Flacheisen wurde glühend gemacht und zu einer Schelle gebogen, an die vorhandenen Schraubenstummel Muttern angeschweißt und diese dann herausgedreht. Mit von uns bereitgestellten Schrauben im Anschluss die neue Schelle befestigt. Für wenig Geld und unserer riesengroßen Dankbarkeit in Form von 3 Bier, war unsere Weiterfahrt gesichert. Die Nacht verbrachten wir wieder am Fluss.

10.06.2013

Heute schauen wir uns „Susdal“ genauer an. Das Freilichtmuseum interessiert uns besonders. Hier sind alte Bauernhäuser aus Holz und 2 Holzkirchen aus verschiedenen Regionen zusammengetragen und wie früher zu einem Dorf wieder aufgestellt worden. Das Innenleben der Bauernhäuser und die alten Mühlen haben es uns am meisten angetan. Im Anschluss wollten wir noch das „Marien-Schutz-und-Fürbitten-Kloster“ sehen. Hier leben tatsächlich noch Nonnen. Das meiste Terrain konnte deshalb nicht betreten werden, aber die schönen Holzhäuser, in denen sie wohnen und ihre tollen Gärten, konnten wir genauso bewundern, wie ihre Marienkirche. Eine Nonne mähte gerade mit einem Traktor den Rasen.

Am späten Nachmittag fuhren wir weiter Rtg. Vladimir und Kazan. Unterwegs konnten wir ein Schnäppchen schlagen und für 24,90 Rubel = 0,69 € Diesel tanken (später sahen wir noch Möglichkeiten nur bis zu 20 Rubel der Liter). Am Straßenstand eines Aserbaidschaners erstanden wir das schönste Obst (Kirschen, Platt/Weinberg-Pfirsiche, Aprikosen) und Gemüse (Tomaten und Gurken), was wir bis dahin gesehen hatten. Süß, saftig, schmackhaft – lecker..!

Übernachtungsrast wollten wir eigentlich nach 343 km an einem See neben der Straße bei Nishniy Novgorod einlegen. Der Lärm des vorbeiziehenden und nicht enden wollenden LKW-Verkehrs und der Müll am See schreckten uns aber ab und so fuhren wir einen Feldweg weiter den Hügel hinauf und fanden einen schönen Rastplatz inmitten eines kleinen Birkenwäldchens. Von da aus war nicht mehr viel von der Straße zu hören, wir waren allein und hatte einen weiten Blick bis zur am Horizont liegenden Öl-/Gas-Förderanlage. Es hatte am Abend immer noch 26 Grad.

11.06.2013

Wir fahren weiter zu unserem Fernziel Kazan. Unterwegs halten wir an einem Straßenstand bei einer alten Frau. Eigentlich wollten wir Tomaten, doch die hatte sie nicht. Dafür schöne kleine Gurken und Radieschen. Als wir schon fahren wollten, hob sie den Deckel eines Metalleimers. Darin waren Gurken mit Kräutern und Gewürzen und Essig eingelegt. Wir durften probieren und nahmen gleich noch ein paar für einen Unterwegs-Snack mit, die wir dann genüsslich während der Fahrt mit Brot verzehrten.

Es war ein Tag des Schlemmens, denn am späteren Mittag hatten wir richtig Hunger und hielten am „Autobus-Schaschlik“ an. Da hatten 2 Russen einen Schaschlik-Grill (wie er überall im Lande zu finden ist) aufgebaut und ein alter Autobus stand im Schatten. Darin konnte man das Gewünschte verzehren. Heute gab es Steak, mit Brot, Gewürzen und in Essigwasser eingelegten frischen Zwiebeln (lecker…!) Dazu gab es „Kaffee Amerikana“ (schon gesüßt). Das Fleisch war saftig und die Steaks gut gegrillt. Nur zu empfehlen.  Damit uns die Mücken nicht belästigen, waren Räucher-Ringe aufgestellt und so duftete es noch nach Weihrauch.

Unsere nächste Station und Übernachtungsrast sollte „Kozlovka“ an der Wolga werden. Ein gemütliches Städtchen mit Anlegeplatz für Wolga-Liner. Wir gingen am Sandstrand baden, machten eine Abendspaziergang und erlebten den Sonnenuntergang am Strand bei Bier, Pistazien und gesalzenem Dörrfisch (..nicht meins..!).

12.06.2013

Gerade 300 km Strecke sind wir vorangekommen und bei windstillen 30 Grad fällt die Kilometeranzeige des Tachos aus. Mist! Ankunft in „Kazan“, das Zentrum des Islams in Russland. Die Region um Kazan ist eine der reichsten Gegenden Russlands. Die Stadt selbst ist 1000 Jahre alt und beherbergt in ihrem Kreml neben orthodoxen Kirchen heute auch eine der größten Moscheen weltweit. Nachdem wir uns Kreml und die „Kol Scharif“-Moschee angeschaut hatten, fuhren wir weiter Rtg. Ufa.

Nach ca. 50 km hielten wir zur Rast. Die Hitze der großen Stadt hatte uns geschafft. So schliefen wir fast 2 Stunden bei vollem Luftdurchzug im Auto, im Schatten eines Wäldchens. Nach Kaffee und Tee ging es weiter bis zum Übernachtungsplatz an einem Feld-/Waldweg nahe „Naberezhuyye Chelny“. Ein krachendes Abendgewitter erlöste uns von der großen Schwüle und Hitze dieses Tages. Die Blitze zuckten heftig und ganz in der Nähe. Was für ein Schauspiel.

Die Seele der „zivilisierten Welt“ Europas

Viele Menschen streben nach 100 %. Darin vermuten sie ihr großes Glück. 100 % gibt es jedoch nicht. Oder doch?
Es gibt sie, wenn man erkennt, dass weniger als 100 % eben genau das Glück sind, welches man gesucht hat. Man muss es nur wahrnehmen und festhalten.

Nichts und Niemand ist perfekt…und genau darin liegt der Reiz – das Interessante. Das genau macht Leben aus und überrascht. Denn alles was nicht perfekt ist, ist auch nicht zu 100 % berechenbar und kann damit auch nicht langweilig werden. Das Leben bleibt spannend.

Viele Menschen sehen auch nicht das Schöne in ihrem Leben, sondern immer nur das Haar in der Suppe. Sie werden so immer auf der Suche sein. Nach dem perfekten Partner, nach dem perfekten Leben, nach Glück, vor allem nach sich selbst. Sie werden mit ihrem Leben nie wirklich zufrieden sein. Zu selten von Dankbarkeit erfüllt, für das viele Gute und die Schönheit, die sie erfahren dürfen, für die tollen Menschen denen sie begegnen, für ihre Gaben und die Gesundheit, die ihnen innewohnen oder für die Liebe, die ihnen vielfach entgegengebracht wird.

Sie rasen durch ihr Sein ohne zu rasten, packen es voller Erlebnisse und Eindrücke und werden irgendwann zurückblicken und für sich feststellen, dass ihr Leben zu kurz war, um das große Glück zu finden.

Dabei haben sie nur die vielen kleinen Glückseligkeiten nicht wahrgenommen oder sich nicht die Zeit gelassen, jede Einzelne davon zu genießen – im Hier und Jetzt zu leben – in der Gegenwart – bereit zu sein, auch Anderen Liebe zu geben, ihr Glück zu teilen und es dadurch zu vergrößern.

Sie haben Angst das Risiko einzugehen verletzt zu werden, vielleicht sogar Schmerz oder Trauer zu empfinden, aber sie verpassen damit ihre größte Chance auf das wunderbarste Gefühl – sie verpassen ihr Leben.

(Meine Sichtweise)

13.06.2013

Nach einer kühlen Nacht im Schatten nahmen wir unseren Weg nach Ufa wieder auf. Ringsum schwarze Erde auf großen Feldern und saubere Luft. Man kann das Gewitter noch riechen. Die Durchfahrt von „Ufa“ ist lang, kompliziert und anstrengend, weil es keine Ausschilderung der Fernverkehrsstrecke gibt. Man muss nach Gefühl fahren. Die PKWs „schneiden“ wo sie nur können, wechseln die Spur, als ginge es um ihr Leben. Die Straßen haben 2, 4 und teilweise 6 Spuren auf jeder Seite, ohne dass diese durch weiße Spurlinien gekennzeichnet wären. Viele großen Städte in Russland sind verkehrstechnisch stressig und überaus zeitaufwendig zu durchfahren, aber glücklicherweise nicht alle.

Eine Bankomat-Suche gestaltet sich auch schwierig. Alle angelaufenen Banken hatten in Ihren Automaten kein Geld. In einem Kaufhaus konnten wir dann jeder 6000 Rubel abheben (Kurs: geteilt durch 36, ausrechnen musst Du es selber..!). Auf dem Weg zu unserem nächsten Fernziel Chelyabinsk in Asien (hinter dem Ural) übernachteten wir nach ca. 334 km und 26 Grad bei „Ascha“ kurz hinter Ufa und wurden derart von Mücken belagert, dass jeder Gang nach draußen zum lebensgefährlichen Akt wurde. Wir haben überlebt.

 

Wir überqueren die Grenze zwischen Europa und Asien

 

14.06.2013

Die nächste Strecke ging durch den Ural. Das Grenzgebirge zwischen Europa und Asien. Ich hatte mir einen See in den Bergen bei „Zyuratskol“ (Naturschutzgebiet) zum Verbleiben für einen Erholtag ausgesucht. Auf dem Weg dahin sahen wir eine Großfamilie beim Heu machen. Noch genau wie früher, mit Sensen. Die Luft kühlte merklich ab und dort oben angekommen, hatte es gerade mal noch 15 Grad. Wir konnten an einem Wildgehege 2 Elch-Babys sehen, die Elch-Eltern selbst, hielten sich zwischen den Bäumen und Büschen versteckt. Das Hotel am See war leider nicht unsere Preisklasse und bestand aus lauter zur Vermietung stehenden Blockhütten. Und wir hatten uns schon auf eine Dusche gefreut. Schade. Doch wenigstens erledigte die Empfangsdame Elena unsere Registrierung. Gott sei Dank. Wenn man in Russland angehalten wird, muss man diese vorzeigen können, spätestens bei der Ausreise.

So campten wir direkt am See, das war dort üblich und an Hand von aufgestellten Holzbänken, Tischen und Müll deutlich erkennbar. In der Nacht kühlte es wegen eines Nord-West-Windes (wie uns Fischer erklärten) auf null Grad ab. So beschlossen wir unseren Erholtag mit Baden an wärmerer Stelle durchzuführen und fuhren am nächsten Tag doch weiter.

15.06.2013

Ab heute bin ich auf dem Laufenden mit diesem Tagebuch. Die vorhergehenden Einträge waren Nachträge an Hand von Notizen, die ich mir während der Fahrt gemacht hatte. Wir sind durch „Chelyabinsk“ gekommen. Die erste Stadt seit Vladimir, die auch Fernziele ausgeschildert hat. Dort waren wir auf einem Markt und haben heftig Obst, Gemüse und frisches Rinderhackfleisch eingekauft. Hungrig soll man nicht einkaufen gehen. Die Preise stehen fest, nur bei sehr großen Stückzahlen könnte das Handeln gelingen. Entweder man kauft oder man lässt es. Man muss schauen, wer was am Günstigsten anbietet. So haben wir die Tomaten bei dem Einen, die Kirschen und Aprikosen beim Anderen, die Eier bei der Nächsten und das Fleisch wieder bei ganz einer Anderen gekauft.

Gegen 14:00 Uhr hielten wir an einem Motel außerhalb der Stadt an, weil es WIFI hatte und so konnten wir endlich wieder mal unsere Mails abholen und beantworten. Dann ging es über „Kurgan“ bis kurz vor Schumiha. Der Hunger hat uns stoppen lassen. Seit dem Morgen hatten wir nichts gegessen und jetzt war es gegen 17:30 Uhr. Also hielten wir nach 304 km erneut in einem Birkenwald und brieten uns das Fleisch zusammen mit frischen Paprikas. Dazu gab es Salzkartoffeln. Das haben wir uns schmecken lassen. Es hatte wieder entspannte 26 Grad und einen orange-roten Sonnenuntergang, wie er schöner nicht sein kann.

16.06.2013

Wir sind ca. 250 km bis hinter Mokushino (in Rtg. Ishim) gefahren. Unterwegs haben wir rund 4 Stunden am Mischkino-Fluss (50 km vor Kurgan) verbracht und waren baden, kleine Schönheitsreparaturen am Mercedes waren fällig, Mittag essen und sonnen. Dann sind Badegäste aus der Umgebung gekommen, deren alkoholisierter Zustand und die damit verbundene Aufdringlichkeit uns irgendwann lästig wurde. Das ist das einzige Mal, dass uns so etwas passierte. Eigentlich wollten wir über Nacht bleiben – den Erholtag nachholen – aber diese Leute haben uns vertrieben. Ich habe die Vermutung, dass sie Bier der Klasse 9 getrunken haben. Was das bedeutet? In Russland sind viele der einheimischen Biere nach Alkoholgehalt in Klassen/Gruppen eingeteilt und tragen auf dem Etikett auch die entsprechende Zahl. Laut einem Schriftstück, welches wir unterwegs lesen konnten, wird es so unterschieden:

  • alkoholfrei = 0
  • helles Lager = 3
  • Porter (dunkles Bier) = 6
  • helles Export = 7
  • Weizenbier = 8
  • Starkbier = 9

Man muss in dieser Gegend einen Schlenker um Kasachstan fahren, sonst braucht man ein weiteres Visum. Deshalb diese längere Strecke und nicht geradewegs durch bis Omsk. Nun stehen wir wieder unter Birken. Mit Blick auf einen See und dahinter liegendem Wald. Jetzt gibt’s gleich Abendessen und den Abend wollen wir statt mit reden, Musik hören oder lesen, lieber mit Rommee spielen verbringen. Der Sonnenuntergang ist wieder unschlagbar. Dieses Mal flammt der Himmel richtig.

17.06.2013

Wir haben die Nacht um halb sieben beenden müssen. Der Preis für den gigantischen Sonnenuntergang: Die Mücken sind zu einer Invasion angewachsen, die Hubert die letzten 2 Stunden nicht hat schlafen lassen. So etwas haben wir noch nicht erlebt. Trotz aufgehängter Mückengage sind die Viecher hier eingedrungen. 30 – 40 Stück haben wir im Camper erschlagen und noch immer summt es, dass man verrückt werden könnte. Wir flüchten und fahren total übermüdet soweit es geht ostwärts, in der Hoffnung, wenn es wärmer ist, können wir anhalten, frühstücken und vielleicht noch 2 Stunden Schlaf nachholen.

Ab Berdyuzhye war die Straße (obwohl Fernverkehrsstraße) auf 15 km so unsagbar schlecht, wie es noch nicht vorgekommen war. Kurze Strecken gab es immer wieder, aber über die ganze Straßenbreite und auf diese Länge noch nicht. Die Landschaft ist nicht mehr sehr abwechslungsreich. Ebene bis zum Horizont, sumpfige Seengebiete oder Taiga (Wiesen mit kleinen Birken- und Buschgruppen). Wir versuchen Rast für ein Frühstück zu machen, doch die Mücken sind auch hier aggressiv und umlagern uns wie fette Beute. Also nichts mit Schlaf nachholen. So fahren wir wieder weiter.

Vor Omsk können wir günstig tanken und im angeschlossenen Magazin einkaufen . (kleiner Laden mit Lebensmitteln und etwas Haushalts-Chemie und Kosmetik). Ich versuche mit Wörterbuch die Dinge zu benennen, die wir brauchen, spreche es aber nicht richtig aus, sodass sich die Verkäuferin kaputtlacht und nachlesen muss. Wie sich herausstellt, kennt sie ein paar deutsche Wörter von ihrer Babuschka (Oma), die Russlanddeutsche war. Der Einkauf hat viel Spaß gemacht, denn sie hat ebenso Probleme mir der deutschen Aussprache, wie ich mit der russischen.

Dann ging´s durch „Omsk“ (relativ weit außerhalb, sodass es nicht so anstrengend war) und erst kurz vor Kalachinsk haben wir an einem „Rasthof“ mit Grill angehalten und uns Schaschlik, Salat und Brot bei einem Bier und Kaffee schmecken lassen. Die Wirtsleute waren erstaunt, dass wir extra aus Deutschland kamen, um bis Novosibirsk zu fahren. (Die Mongolei haben wir gar nicht erst erwähnt, nur das nächste große Ziel auf unserer Tour) Deshalb baten sie Hubert, als Andenken eine Widmung auf einem kopierten 200€-Schein zu schreiben.

Anschließend suchten wir uns eine Übernachtungsstelle in einem Birkenwäldchen an einer Nebenstraße. Dann schauten wir uns den Mercedes genauer an, wo noch Ritzen und Möglichkeiten für das Eindringen von Mücken sein könnten und verstopften die verbliebenen Ritzen mit ZEWA und sicherten es mit Panzerband. Sobald wir irgendwo Abdichtband erstehen können, wird das Ganze noch professionell erledigt. Der Tag war kühler, nur 25 Grad, ohne Sonne und angenehm zum Fahren. Darum schafften wir trotz Müdigkeit und wider Erwarten 504 km an Strecke. Jetzt sind wir so kaputt, dass wir die Nacht schlafen werden, ohne irgendetwas zu registrieren. Na dann, bis Morgen.

Spätestens vor Deiner eigenen Reise solltest Du noch ein paar wesentliche Dinge für Dich regeln:

Zukunftsvorsorge

Ängste und Sorgen hindern am erfolgreichen Ablauf Deiner Reise, deshalb hier noch einmal der Weg zu den richtigen Gedanken:

Gedanken und ihre Macht

Hier geht es zum 3. Teil des Reisetagebuchs:

Reisetagebuch Teil lll

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*