Reisetagebuch Teil IV

 

Festgefahren
Skizze Mongolei
Hilfe
Kasachen
Passdurchfahrt
Kamelherde
Schafschur
Österreicher
Schwarzmarkt
Stoßdämpfer
Wasser holen
Tschainie-Gasar
Edelweis
Abschleppen
Idylle
Yaks
Vulkan
Baum der 100 Zweige
Basaltschlucht

 

 

Eurasien – 10000 km ostwärts

 

Die Mongolei – ein urwüchsiges Land

 

Rettung aus dem Flussbett

29.06.2013

Hubert hielt es nicht aus. Gegen 06:00 Uhr war er wach, trank einen Tee und brach nach ein paar Vorbereitungen gegen 07:00 Uhr auf, um Hilfe zu holen. Ich sollte so lange mit Rocky im Auto bleiben. Das gefiel mir gar nicht, denn ich machte mir um Hubert Sorgen. Aber er ließ sich nicht abbringen und wollte auch keine Sekunde mehr warten oder gar etwas essen. Ich zeichnete ihm kurzer Hand eine Skizze von dem, was wir an Hilfe brauchten und weg war er.

In den Bergen hatte es geregnet und der Regen ist über Nacht in Schnee übergegangen. Die Gipfel sahen aus, als hätte man sie mit Puderzucker bestäubt. 08:45 Uhr kam Hubert auf einem Moped mit einem älteren Mann und einer Schaufel zurück. Dieser sah sich die Lage an und wir einigten uns mit Händen und Füßen, dass Hubert die Räder frei schaufeln sollte, während er mit dem Moped losfahren wollte, um ein Auto zu besorgen, dass uns hier herausholen kann.

Hubert schaufelt jetzt seit mehr als zwei Stunden im eiskalten Wasser stehend und kommt ab und zu herein. Da verpasse ich ihm ein warmes Fußbad und heißen Tee, mehr kann ich leider nicht tun. Essen kann er immer noch nichts. Ihm geht’s gar nicht gut.

Der Mongole kommt zurück und das mit eine großen LKW – einem „GAS“ – russischer Herkunft. Hubert ist sichtlich erleichtert, genau wie ich. Er hatte also richtig eingeschätzt, dass der Mercedes zu schwer für den typischen Transporter hier ist (auch russischer Herkunft) und gleich etwas Größeres besorgt. Außer dem Mann waren noch der Fahrer und ein Helfer sowie 2 Kinder dabei. Keine 20 Minuten später und schon beim 2. Versuch waren wir frei. Was für ein guter Tag!

Wir tranken zusammen Bier und die Kids bekamen Gummibärchen und Apfelschorle. Dann wurde der Preis ausgehandelt für Benzin (LKW und Moped) und vor allem die Zeit, die die Männer unseretwegen unterwegs waren. Wir einigten uns auf 20 Dollar für die beiden Fahrer und dem Älteren schenkte Hubert noch eine Jeans. Die Männer fuhren ein Stück mit uns mit, um uns die Richtung zur Fernstraße zu zeigen, dann verabschiedeten sie sich von uns und fuhren ihres Wegs. Wir hielten uns Rtg. „Nogooanuur“ und von da aus wieder über Tsagaannuur nach „Olgii“. Gegen 18:00 Uhr kamen wir hungrig, eingestaubt und mit leerem Haupttank dort an.

Kasachen in der Mongolei

Als Erstes ging es tanken. Wir hatten noch nicht den Zapfhahn in der Hand, steht ein Kasache bei uns und bietet uns Essen, warmes Duschen und Schlafen bei sich zu Hause an. Ich höre warmes Duschen und bin schon fast dafür. Da zeigt er uns einen Zettel. Auf der einen Seite steht auf Englisch und auf der anderen auf Deutsch, dass er hilfsbereit und ehrlich ist und seine Frau gut kocht. Vorherige zufriedene Nutzer hatten ihm dies bescheinigt. Zur warmen Dusche wird man gebracht und auch sonst überall in der Stadt hingefahren (Bank und Internet-Café).

Wir handelten den Preis aus. Wir konnten in Rubel, Dollar, Euro oder der mongolischen Währung Tugrik bezahlen und entschieden uns für Dollar. Wir bezahlten keine 60 Dollar für Essen, Duschen, SIM-Karte und Internet-Nutzung und alle Chauffeur-Tätigkeiten. Außerdem lernten wir ein Badehaus und ein mongol. Internet-Café ohne die Möglichkeit auf einen Kaffee kennen. 300 Dollar tauschten wir, auf den Rat unseres Gastgebers hin, in Tugrik um, da die kleinen Tankstellen des Landes keine Dollar nehmen würden. Beim Abendessen hatten wir gute Gespräche, bei denen ein Taschenrechner beste Dienste leistete.

Wenn man eingeladen ist, wird immer erwartet, dass es beim Abschied Geschenke gibt. So gab es von uns 2 Flaschen Bier, Rotwein, Wodka, Doolie (Likör) für die Erwachsenen, Gummibärchen für die Kinder und zahnlose Großeltern, von Hubert 3 T-Shirts für den Hausherrn und mein Duschbad und eine Creme für die Hausfrau.

Schlafen wollten wir aber in unserem Auto vorm Haus und so trennten wir uns 22:30 Uhr. Die Nacht mussten wir auch nicht in der Pampa „toilettieren“, sondern konnten deren Steh-Klo benutzen. Es war sauber und total OK.

30.06.2013

Zum Frühstück gab es Tee und Brot. Ich habe meinen Kaffee getrunken und Marmeladenbrote geschmiert. Dann hat Hubert sämtliche Stellen am Auto mit Fett versorgt und ich habe klar Schiff gemacht. Internet hat leider bei unseren Gastgebern nicht geklappt und so fuhren wir noch einmal ins Internet-Café, hatten aber keine neuen Nachrichten. Unser nächstes Ziel heißt Khovd. 224 km durch Geröll und Staub, über Pässe in 2600 m Höhe und durch angestautes Wasser in den Bergen. Aber grandiose Landschaften. Sogar eine Fatamorgana haben wir gesehen.

Am 2. Pass steht Wasser in riesigen Pfützen über eine große Fläche verteilt, bei denen man nicht mehr sehen kann, wie tief es ist. Wir müssen da durch, nur wo? Wir schauen, wo es wohl am besten gehen könnte. Da kommt uns aus der anderen Richtung ein „Linienbus“ voller Menschen entgegen. Zufall? Der fährt ganz langsam in Schlängellinien durch die Wasser, bleibt kurz stecken und schafft es dann doch. Wir prägen uns seinen Weg ein, um genau diesen in entgegengesetzter Rtg. zu fahren. Auch wir schaffen es.

Begegnungen am Ende der Welt – auf Bergpässen der Mongolei

Nach 3 Pässen geht’s langsam abwärts und uns kommen 2 Radfahrer entgegen. Deutsche – Marco und Nadine. Wir schwatzen etwas, tauschen Reise-Infos aus und trinken dann im Mercedes (weil draußen heftig der Wind bläst und LKWs Staub aufwirbeln) Tee bzw. Kaffee und essen Zwiebelspeckbrote bzw. Kekse dazu.

Nun suchen wir die Felszeichnungen, die hier in der Nähe von „Khongo“ zu finden sein sollen. Wir fragen Einheimische, die uns begegnen nach dem Weg zu den Felszeichnungen. Die Antworten schwanken zwischen 5 und 15 km, auf jeden Fall irgendwo links in den roten Bergen. Auf dem Weg gibt es keinerlei Hinweise und Abzweigungen sind wieder mehr vorhanden, als uns lieb sind. Das Risiko eines Umwegs ohne die Felszeichnungen auch wirklich zu finden, ist uns zu groß und so fahren wir weiter.

Nach 8,5 Stunden hatten wir die 224 km hinter uns gebracht, wobei man gute 2 Stunden für die Mittags- und Kaffee-Rast abziehen muss. Überall werden Straßen gebaut. Leider sind diese noch nicht fertig und werden auch nicht teilweise freigegeben, sonst wären wir um ein Vielfaches schneller unterwegs. Der Mercedes steht vor Staub und wir mit ihm. Die warme Dusche von gestern wäre heute erneut angebracht.

Wir rufen unsere Mails in „Khovd“ ab, laden die Handy-SIM auf und fahren ein Stück raus aus der Stadt. Auf einem umliegenden Hügel finden wir unseren Übernachtungsplatz etwas abseits von „Heiligen Städten“. Man hat einen schönen Blick über die Stadt und auf die Berge und den Sonnenuntergang. Die Heiligen Städten sind kleine Hügel mit Stangen, an denen die Gläubigen Gebetsfähnchen (hier blaue, aber oft auch bunte) aufhängen. Meist tun sie das aus Dankbarkeit, dass sie die Stadt oder den Pass heil erreicht haben. Nach dem Abendessen rufe ich zu Hause an und bin froh, dass es Marie gut geht.

Da es in der Nacht so derart stürmt, dass das Auto heftig wackelt und ich von dem Lärm nicht schlafen kann, parkt uns Hubert um und so stehen wir schließlich 10 Höhenmeter tiefer.

 

Ein Pro-blem ist FÜR Dich, denn wenn es gegen Dich wäre, hieße es Contra-blem.

(Autor: Dieter Hörner)

 

Hilfe in der Mongolei – eine Selbstverständlichkeit

01.07.2013

Heut haben wir uns auf unseren 2-tägigen Weg nach Altay-City gemacht. Bis dahin geht es 448 km über eine endlos weite Hochebene, die sich mit keinem Foto darstellen und mit keinen Worten beschreiben lässt. Sie verläuft zwischen dem mongolischen Altai-Gebirge auf der Südseite und dem großen „Khar Us Nuur“-See, Ausläufern des Altai-Gebirges sowie einem anderen Gebirgszug auf der Nordseite gen Osten. Dabei kommen wir fast ausschließlich über Pisten durch Steppe und Geröllwüste. Und es staubt, staubt und staubt…

Wir sind die ganze Zeit in weiter weiter Ferne und an jedem Horizont, von Bergen umgeben. Kurz vor Manchan beginnt die „Khüysiyn-Gobi“. Wegen des tiefen Sandes auf dem ersten Teil dieser Halbwüste, hat man hier 45 km asphaltierte Straße gebaut. Wir können es kaum fassen. Auf einem kurzen Zwischenstück muss man die Straße wegen Bauarbeiten verlassen. Genau dort steckt ein LKW mit den Vorderrädern richtig tief im Sand fest. Bei so einem Brummi können wir nicht helfen. Ansonsten gilt hier überall das Gebot: bei Jedem, der mit einem Fahrzeug am Straßenrand steht, anzuhalten und sich zu erkundigen, ob Hilfe nötig ist.

In den letzten Tagen haben wir freundliche und hilfsbereite Menschen kennenlernen dürfen, die uns weitergeholfen haben. Heute durften wir helfen. Kurz nach unserem Start trafen wir einen Hirten mit zwei Pferden, der ziemlich fertig und durstig aussah. Wir haben ihm eine Flasche Wasser abgefüllt und 2 Brote gegeben. Dankbar ließ er sich neben dem Auto nieder, trank und aß. Für die Pferde wollte er kein Wasser annehmen. Wahrscheinlich, weil wir ihm, aus Ermangelung eines anderen Behälters, Wasser in Rockys Hundenapf angeboten haben. Hunde sind in vielen Religionen unreine Tiere.

Auf der asphaltierten Strecke stand kurz vor Mittag ein PKW am Rand. Sie hatten ihr ganzes Öl verloren und vorne rechts einen Vollplatten. Wir gaben ihnen Öl, den Reifen waren sie gerade dabei zu wechseln. Hier hat jeder mindestens einen Ersatzreifen mit, was bei diesen Pisten absolut zu verstehen ist. Wir haben vorsichtshalber zwei.

Kurze Zeit später endete leider die schöne Straße und wir mussten wieder auf die Piste. Am Straßenrand lag ein paar km weiter ein kleines Nomadendorf, deren Jurten aus Lehmziegeln bestanden. Die Leute waren gerade dabei Schafe zu scheren und obwohl es schwere Arbeit ist, hatten sie viel Spaß dabei. Frauen waren an dieser Arbeit genauso beteiligt, wie die Männer. Sie nutzten dazu etwas größere Scheren, keine Rasiermaschine – und die Wolle war wirklich dick. Nach ein paar Worten, ein paar Fotos und ein paar Süßigkeiten für die Kids ging die Reise weiter.

Über „Zsereg“ und „Darwi“ (dort kauften wir eine Schaufel) fuhren wir Altay-City entgegen. Irgendwo in der Wüste, in der Nähe wirklich roter Sandhügel bei einer alten Schafeinzäunung der Nomaden, legten wir Übernachtungsrast ein. Die Nomaden schichteten für die Tiereinzäunungen Steine zu runden Trockenmauern auf. Ein kleiner Spalt bleibt offen, der nur nachts geschlossen wird, wenn die Tiere vom Weiden eingesammelt werden, um sie vor Wind, Kälte, Sand und Wölfen zu schützen, sowie ihr Ausbüchsen zu verhindern.

Dieses Mal hatten wir keine Zeit den Sonnenuntergang zu bewundern, denn das Auto war innen so eingestaubt, dass wir darin nicht schlafen konnten. Also begannen wir alles vom Staub zu befreien und suchten gleichzeitig nach Ritzen etc., die wir vergessen hatten abzudichten. Das Schloss der Hecktür hatte sich durch das Gerüttel gelockert und dadurch die Tür nicht mehr fest verschlossen. Deshalb war so viel Staub bei uns eingedrungen. 2 Stunden bürsteten, kehrten und wischten wir alles aus bzw. ab, schüttelten Betten, Handtücher und Kleidung.

Dann baute Hubert uns zwischen den offenen Klappen der Hecktür die Kaltdusche auf und wir brausten uns dazwischen im Freien stehend, den Staub von den Gliedern. Was für eine Wohltat. Nun wurde noch das Türschloss repariert, das Heck mit weiteren Decken gegen eindringenden Staub gesichert und die Tür von innen mit unserer Diebstahlsicherung (ein Riegel mit Ringschraube zum Feststellen) zusätzlich verschlossen, um die Krafteinwirkung auf das eigentliche Schloss zu reduzieren.

Von nun an, hoffen wir, kann kaum noch Staub eindringen. Noch ein kurzes Abendessen und dann ins Bett. Es ist inzwischen 22:00 Uhr. Der Kühlschrank hat nicht gekühlt. Die Butter ist eine Weichcreme geworden, das Bier ist warm, der Schmelzkäse läuft..Schitt…sorry…Hubert überprüft die Steckdose der Kühlbox, sie funktioniert nicht. Also eine Sicherung durch. Gott-sei-Dank nicht die Kühlbox selbst.

In den letzten zwei Stunden der Fahrt hatte Hubert auch festgestellt, dass die Gänge immer schwerer einzulegen waren. Da will er morgen früh mal schauen, was die Ursache ist. Im Notfall lassen wir das in Altay richten, die Stoßdämpfer vorn müssen wir eh wechseln lassen. Hoffentlich bekommen wir passenden Ersatz. Jetzt fallen wir erst mal völlig erschöpft in die Betten.

Österreicher und Autoreparatur

02.07.2013

Hubert hat sich noch vor dem Frühstück die Kupplung wegen der Gänge angeschaut. Da scheint alles in Ordnung zu sein. Wir werden es trotzdem in einer Werkstatt überprüfen lassen. Jetzt geht’s das letzte Stück nach Altay. Weiter durch Wüste, Staub und Geröll, aber zurück in die Berge, denn Altay liegt höher als diese Hochebene. Während ich dies schreibe, muss ich regelmäßig den Staub von meiner Lese-Brille und Huberts Sonnenbrille putzen, damit ich wieder etwas sehe, so sehr dringt der Staub durch die winzigsten Ritzen. Außerdem drücke ich durch das Gerüttel öfter zwei Tasten gleichzeitig oder der Cursor springt einfach in eine andere Zeile. „Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen.“ – blöder Spruch, aber so fühlt es sich an.

Wir haben „Altay“ erreicht und fahren die Hauptstraße entlang, auf der Suche nach dem typischen großen Platz im Centrum. Dort findet man in der Regel eine Möglichkeit für Internet und eine Bank und von da aus können wir die Werkstattsuche starten. Da es auch kurz vor Mittag ist, meldet sich der kleine Hunger. Was zuerst tun? Wir entschieden uns zuerst Internet zu suchen, um Jörg wegen den schwer gehenden Gängen zu kontaktieren.

Im Internet-Café war kein PC frei und so suchen wir auf dem großen Platz mit Laptop auf dem Arm nach WIFI. Wir müssen ziemlich hilflos aussehen, denn eine junge Frau spricht uns an, gibt uns ihren Bank-Zugangscode zum Internet und nimmt uns mit in ihre Bank an ihren Schreibtisch, damit wir es auch bequem haben. Dafür helfe ich ihr eine Wanduhr ziemlich weit oben aufzuhängen.

Etwas später fahren wir ein Hotel an, dass wir auf dem Weg entdecken, um uns (in der Hoffnung, dass jemand englisch kann) nach einer Werkstatt zu erkundigen. Als wir in den Parkplatz einbiegen, stehen da zwei Motorräder mit österreichischen Kennzeichen und als wir halten, kamen die Besitzer aus dem Hotel. Sie heißen beide Robert. Wir freuen uns alle, wieder mal ein paar Menschen zu treffen, die die gleiche Sprache sprechen. Dann wird das Woher und Wohin gecheckt und die Probleme angesprochen.

Dem einem Motorradfahrer ist die Vergasernadel gebrochen. Der Andere hatte ihn mit einem Strick 250 km lang über diese Pisten nach Altay abgeschleppt. Von hier aus hatten sie das Ersatzteil in Österreich bestellt und um keine Zeit zu verlieren (sie wollen sich am Baikalsee/Russland mit 3 Engländern treffen und gemeinsam die BAM entlangreisen), lassen sie sich das Ersatzteil nach Ulaan Bataar liefern und sich und die Motorräder per LKW dorthin bringen. Da die Zwei schon Gelegenheit hatten, die Stadt zu besichtigen, wussten sie, wo autoreparaturmäßig Hilfe zu finden war. Eine richtige Werkstatt gibt es leider nicht.

So verabreden wir uns für später zum Essen und ziehen los, wenigstens unsere Stoßdämpfer richten zu lassen. Das Problem mit den Gängen müssen wir wohl auf Ulaan Bataar verschieben. Die Hilfe sollte es nur ein paar Meter weiter in einer großen Containersiedlung geben. Da hatten Händler und Handwerker einerseits und der Schwarzmarkt mit Lebensmitteln, Kleidung und Haushaltsgegenständen andererseits, einen Container neben dem Anderen aufgestellt.

Hubert machte sich auf die Suche nach Ersatzstoßdämpfern. Er fand nur Kürzere, deren „Augen“ zum Befestigen auch breiter waren. Gemeinsam mit Händler und Schweißern berieten wir, wie das Problem zu lösen ist. Dann entschieden die Handwerker einen Stoßdämpfer auszubauen und wenn die Länge passt, die alten Augen abzutrennen und am neuen Stoßdämpfer statt der anderen anzuschweißen. Nach dem Ausbau stellte sich heraus, dass die alten Stoßdämpfer ca. 8-10 cm länger waren. Die Neuen waren also viel zu kurz. Wieder wurde beraten, was möglich wäre. Bis einer der Handwerker die Idee hatte, die zwei alten Augen direkt auf die neuen zu schweißen, dadurch würde die Länge ausgeglichen.

Während der Reparatur blieb Hubert bei den Handwerkern und ich sah mich auf dem Schwarzmarkt um. Für Fotos wollten die Händler 5000 Tugrik und so musste ich heimlich fotografieren, ohne die Händler direkt mit drauf zu haben. Schade, ich hätte gern mal einen Metzger festgehalten. Das Fleisch, zumeist Schaf oder Lamm, lag ohne Kühlung da und wurde so geteilt, wie es die Kunden verlangten. Nach 2 Stunden schwerer Arbeit während eines Sandsturms war alles erledigt, wir zahlten umgerechnet inkl. Stoßdämpfer 67 € und 3 Mini-Flaschen Wodka und alle waren mehr als zufrieden. Die Handwerker hatten an uns und für diesen Tag genug verdient und deshalb schlossen sie ihren Container.

Anschließend fuhren wir zum Hotel der Österreicher und gingen mit ihnen Essen. Infos über Pistenzustände und Sehenswertes wurden ausgetauscht. Dann nahmen wir die Beiden noch bis zur Bank mit, schauten alle über den Code noch mal ins Internet (leider keine Nachricht von Jörg) und schließlich verabschiedeten wir uns. Unsere Reise ging weiter nördlich Rtg. Uliastai. Die Route war gut. Sie ging über eine Sandpiste in die Berge.

Dabei mussten wir zwei Pässe in jeweils 2600 m Höhe meistern, bevor wir in ein Hochtal kamen. Dort war es wunderschön. Es gab noch richtiges unbewirtschaftetes Grasland mit hohen und bunten Wiesen, sowohl sanfte, als auch schroffe Hügel und schöne Blicke im Abendlicht. Wir waren begeistert. Nach zwei Drittel der Strecke legten wir Übernachtungsrast ein. Das Auto war wieder eingestaubt, aber deutlich weniger als am Vortag.

Morgendlicher Besuch

03.07.2013

Heut bin ich gegen 06:00 Uhr geweckt worden. Erst ein Trapsen auf dem Dach, dass könnten Vögel gewesen sein. Dann leichte Schritte auf dem Dach, dass könnten die kleinen Erdhörnchen sein, wie wir sie schon im russischen Altay gesehen hatten. Doch dann rüttelt etwas an der Hecktür. Da wir die Geräusche nicht einordnen konnten, schauten wir nach. Eine Herde Kamele ist hier beim Grasen vorbeigekommen und einfach zu neugierig gewesen, als uns „links liegen“ zu lassen. Jetzt waren wir zwar beruhigt, aber hellwach.

Nach dem Frühstück machten wir uns wieder auf den Weg nach Uliastai. Die Piste wurde zusehends schlechter. Es musste hier geregnet haben. Unser Weg ist sehr kurvig, hat Bodenwellen und spitze Steine, von denen man den Größten besser ausweicht. Deshalb ging die Fahrt nur langsam voran. Unterwegs sahen wir wieder massig Tierherden. Als wir an eine Brücke kamen, die über einen klaren Gebirgsbach verlief, nutzten wir die Gelegenheit, unsere Wasserkanister aufzufüllen. In „Uliastai“ angekommen, suchten wir erfahrungsgemäß die Ortsmitte auf, um nach WIFI zu schauen. An einem kleinen Laden fanden wir ein offenes Netz und riefen unsere Mails ab. Noch immer keine Nachricht. Hubert beschloss ihn wegen der 5 Stunden Zeitdifferenz mit Deutschland erst nach dem Mittag anzurufen,.

Wir fanden ein kleines Restaurant. Wie immer bestellten wir drei verschiedene Gerichte, die wir uns dann teilten, so konnten wir Verschiedenes ausprobieren. Bei der schlechten Verständigung sind Hände und Füße gefragt und so bat ich die Chefin, in die Töpfe schauen zu dürfen. Dann entschieden wir uns für einen Salat, eine Schafsuppe mit Gemüse und als Hauptgang Reis mit Lammgulasch. Dazu 2 Kaffee und 2 Bier. Es hat alles lecker geschmeckt und so günstig hatten wir bisher noch nicht gegessen – 11.000 Tugrik = 6,12 € (der Kurs ist hier 1800 Tugrik je Euro).

Huberts Sohn war telefonisch nicht erreichbar und so versuchten wir es bei seiner Tochter. Die erklärte ihm, dass Jörg auf einer Baustelle arbeitete, die weder telefonisch noch per Internet erreichbar ist, aber sie wolle ihm beim nächsten Treffen Bescheid geben, dass er uns zurückruft. So fuhren wir beruhigt weiter in Rtg. Norden. Die Strecke wurde nicht besser, aber wir kamen bis kurz nach „Telmen“. Nicht mehr lange und wir würden auf die Piste der Nordroute stoßen, die wir von an Anfang an fahren wollten, um die Ziele ansteuern zu können, die uns am meisten interessiert hatten.

Endlich der Rückruf. Hubert schilderte ihm den Sachverhalt und bat Jörg eine Mail zu schicken, wenn er Rat wusste, da wir nur in unmittelbarer Nähe von Städten telefonisch erreichbar sind. Wir essen am Pass in einem „Tschainie-Gasar“ Schafsuppe. So heißen in der Mongolei die Mini-Läden (Getränke, Chips, Süßigkeiten) mit dem Zusatz-Angebot warm essen zu können – meist frisch gekochte Schafsuppe – und bei Bedarf ein Nachtlager auf einer Pritsche mit Fellen zu bekommen.

Kurze Zeit später finden wir etwas oberhalb ein Wäldchen mit einer Lichtung. Ein Wäldchen ist hier etwas ganz Besonderes. Bäume sind hier etwas ganz Besonderes. Wir lagern auf der Lichtung, ein Rastplatz mit Weitblick, 100-ten von Edelweis (ja..Edelweis!!) und einem schönen Sonnenuntergang. Hubert macht uns aus trockenen herumliegenden Zweigen ein Lagerfeuer und wir sitzen lange, gemeinsam mit Rocky, auf der Decke am Feuer und genießen die Stimmung.

Idyllisches Flusstal

04.07.2013

Nach einem Morgenspaziergang sicherte Hubert die Hecktür mit einem zweiten Riegel. Danach fuhren wir, die Sandpiste weiter runter ins Tal. An manchen Stellen wurde der Sand so weich und zu tiefen Wülsten, dass man ohne Allrad-Antrieb nicht durchkam. Und so kam, was kommen musste, ein Kleintransporter war stecken geblieben. Der gute Mann hatte schon mit seinen Händen (eine Schaufel besaß er nicht) den Sand vor seinen Rädern beiseite geräumt und den Antriebsrädern trockene Baumrinde unterlegt, wo auch immer er die herhatte, denn hier gab es keine Bäume. Ein Mini-Abschleppseil besaß er auch, nun fehlte nur noch ein starkes Fahrzeug, dass ihn herausziehen konnte.

Hubert hielt an und schaute sich die Stelle an. Denn es war Niemanden geholfen, wenn wir bei dem Versuch zu helfen, selber stecken blieben. Wir überholten den Transporter in Schräglage weiter oben am Hang und rollten rückwärts an ihn heran. Das Abschleppseil wurde befestigt. Ich stieg aus und sollte Hubert ein Zeichen geben, wenn der Fahrer soweit war. Dann ging es los und es klappte tatsächlich gleich beim ersten Versuch mit einiger Anstrengung auf beiden Seiten. Der Fahrer bedankte sich vielmals und wir fragten vorsichtshalber noch einmal nach unserer Richtung. Wir waren richtig. Freudig stellte der Mongole fest, dass wir, genau wie er, als Fernziel Tsertserleg ansteuern. Dann machten wir uns wieder auf den Weg. Wir sahen noch viele derartige Sandstellen, wo man stecken bleiben kann und hofften, dass der Mongole da durchkam.

Über „Tosontsengel“ und „Ikh-Uul“ verlief unsere Route erst wieder langsam bergan bis zum „Solengotyn-Pass“ und danach über „Tsakhir“ wieder abwärts in ein Flusstal. Das Tal war unheimlich idyllisch gelegen und wir rasteten zum Mittag. Hubert hatte den Mercedes im Schatten eines Baumes geparkt und die Decke darunter ausgebreitet. Dann ging er sich im Fluss waschen, während ich uns etwas kochte. Nach dem Essen wollte ich mich auch im Fluss waschen. Unterdessen war eine wilde Pferde-Herde mit ihren Fohlen auf unserer Höhe an der anderen Uferseite angekommen. Sie durchquerten den Fluss und ließen uns dabei nicht aus den Augen, aber störten sich auch nicht daran, dass ich nur wenige Meter von ihnen entfernt, ebenfalls im Fluss zugange war.

Nach den Pferden kam noch eine Herde Yaks vorbei. Dieses Mal graste ein Teil von ihnen auf unserer Uferseite. Sie liefen in aller Seelenruhe an uns vorbei. Alles war so friedlich und harmonisch. Dort hätte ich es noch Wochen aushalten können. Nach einem Nachmittag im Schatten, nahmen wir die Fahrt talabwärts am Fluss entlang wieder auf. Gegen Abend aßen wir dann wieder einmal Schafsuppe in einem kleinen Tschainie-Gasar. Im Anschluss wollten wir direkt dahinter unseren Übernachtungsplatz einnehmen, doch der steigende Abendverkehr über die dutzenden Routen ganz in der Nähe, gab uns zu denken und ließ uns schließlich noch eine Weile weiterfahren. So kam es zu zwei Premieren während unserer gesamten Reise.

Die erste Premiere: Wir lernten den mongolischen Freizeitpark kennen. Er kostete nicht einmal Eintritt, nur Konzentration und Zeit. Unsere Route auf der Ausbau-Piste entpuppte sich als eine „Berg- und Tal-Bahn“ der besonderen Art. Kein PKW konnte da durch. Wir verschwanden immer halb in den „Tälern“. Ein normales Fahrzeug würde (weil viel zu geringe Bodenfreiheit) im „Talboden“ aufsetzen. Da diese Strecke mehr Zeit in Anspruch nahm als wir zuvor dachten, mussten wir auch nach Einbruch der Dunkelheit noch etwas weiterfahren, um einen Übernachtungsplatz abseits der Piste finden zu können, was wir sonst nie taten.

Die zweite Premiere: Eine Fahrt im Dunkeln. Dabei stellten wir eine Vermutung an, warum am Abend bis etwa gegen Mitternacht täglich verstärkt Verkehr auf den Strecken anzutreffen war: Im Scheinwerferlicht sah man durch die Schattenbildung viel besser die Schlaglöcher oder das „Waschbrett“, dass sich im Laufe der Zeit auf allen Pisten ohne Asphalt durch die vielen Fahrzeuge bildete. Um das Waschbrett zu bereinigen, gibt es Fahrzeuge, die die Huggel mit einem Stahlblech abschieben können. Da das hier aber nicht getan wird, ist innerhalb kurzer Zeit keine Ausbau-Piste mehr befahrbar und die Leute suchen sich daneben wieder eine neue Route usw. usw.

Ein Pistennetz entsteht, wie es unfassbarer nicht sein kann und dies zerstört natürlich Unmengen an Hektar Weideland der Nomaden. Davon abgesehen, sind die Ausgaben für die mühsam angelegten Pisten mittel- bis langfristig für die Katz, wenn man die Pisten nicht pflegt. Momentan werden überall im Land neue Straßen gebaut. Die sollen auch geteert werden. Man kann nur hoffen, dass sie auch gepflegt werden, damit das Geld dafür nicht in den Sand gesetzt wurde. Irgendwann und irgendwo im Dunkel stellten wir den Mercedes für die Nacht ab.

Vulkanbesuch

05.07.2013

Am Morgen sahen wir, dass wir genau gegenüber einem See geschlafen hatten. Wir hielten ihn für den ersten der Seen, die uns auf unserer Route begegnen sollten. Doch nach kurzer Fahrt stellten wir fest, dass es bereits der große See „Terkhiin Tsagaan Nuur“ war, der nach einem Vulkanausbruch neben vielen kleineren Seen entstanden ist. Wir waren also dem Vulkan sehr nahe und den wollten wir besichtigen. Das ganze Gebiet gehört zu einem Naturschutzgebiet und man muss eine Brücke passieren und Eintritt zahlen, was uns bei insgesamt 3 € nicht weiter störte. Wir kamen über eine Holperstrecke näher an den Vulkan „Khorgo-Uul“ heran. Mit Bergschuhen, Getränk und Wanderstöcken ausgerüstet stiegen wir aufwärts.

Laut Reiseführer braucht man für die gesamte Tour inkl. Umrundung des Kraters ca. 2 Stunden. Oben angekommen bot sich uns ein toller Blick. Dieser Krater ist einer der Wenigen, der fast kreisrund ist, keine vom Lavafluss eingebrochene Seite besitzt und nur einen kleinen Kegelboden hat (der Lava-Austritt in der Mitte war sehr klein). Dies alles soll bedeuten, dass der Druck im Innern so groß gewesen sein muss, dass der Vulkan seine Lava geradewegs steil nach oben gespuckt hatte und diese dann erst später in Windrichtung niederkam. Die Fließrichtung der flüssigen zähen Masse kann man auf der Südseite noch heute deutlich erkennen. Überall im Umkreis liegen auf großen Flächen geschmolzenes und wieder verfestigtes Gestein – Tuffgestein – das beim Ausbruch mitgerissen worden war. Später sahen wir noch gute 30 km weiter talabwärts kleinere und größere Brocken dieses Gesteins.

Wir umrundeten den Krater. Dazu haben wir etwa 2000 Schritte gebraucht, was einem die Dimension und die nötige Kraft des Ausbruchs ein wenig verdeutlichen kann. Da inzwischen eine asiatische Reisegruppe am Kraterrand angekommen war (die Stadt-Mongolen entdecken gerade ihr Land als Reiseland, es können aber auch andere Asiaten gewesen sein), hielten wir uns nicht länger auf und stiegen wieder abwärts. Insgesamt haben wir, ohne zu hetzen, etwas mehr als eine Stunde benötigt. Nun ging es zurück auf die Holperstrecke und dann weiter zur Nordseite des Vulkan-Sees. Er liegt in etwa 2000 m Höhe und ist trotzdem zu dieser Jahreszeit nicht kalt (ca. 18 Grad), da er zumindest auf dieser Seite sehr sehr flach ist und sich deshalb schnell erwärmt. Am See aßen wir in einem Camping-Restaurant zu Mittag.

Nach dem Essen lernten wir Tumen kennen, einen Mongolen in Huberts Alter, der perfekt Deutsch sprach, da er zu DDR-Zeiten in Leipzig und später in Stuttgart studiert hat und noch heute Geschäftsbeziehung zu Deutschen unterhält. Tumen war dabei einen Film über die schöne Landschaft zu drehen, den er irgendwann ins Internet stellen will. Von ihm erfuhren wir, was die Einheimischen am Krater ausgebuddelt/abgegraben hatten: Das Gestein – Lava und auch Tuffgestein – war durch den Ausbruch so von Luft durchsetzt, wie aufgeschäumt, dass es sich besonders gut als Baumaterial eignet, weil es leicht ist und gleichzeitig gut dämmt. Durch Schilder wurde dies in der Neuzeit verboten, um die Landschaft nicht zu verschandeln. Diese Schilder waren uns zuvor aufgefallen.

Von Tumen erfahren wir auch, dass in der Gobi gerade „der Pank abgeht“. Die Mongolei hat Bodenschätze in der Wüste und in letzter Zeit an ausländischen Firmen Lizenzen zur Förderung vergeben. Öl, Mangan und noch viele andere Bodenschätze werden jetzt zu Tage gefördert, was sicher bleibende Spuren in der Wüste hinterlassen wird. Einerseits verständlich, die Mongolei ist ein armes Land und so kommt Geld in ihre Kassen, wahrscheinlich auch für die neuen Straßen. Andererseits haben die Mongolen noch kein Umweltbewusstsein entwickelt. Wie auch, es gibt haufenweise Natur und nur minimalst Industrie oder Abfälle. Es fehlt einfach die Erfahrung, was Derartiges anrichten kann. Dies alles stimmt uns nachdenklich. Dann lieber schlechte Straßen.

Nach unserem Abschied von Tumen ging ich baden. Das Wasser war erfrischend, nur der Wind am Ufer machte mir keinen Spaß. Also stieg ich wieder ins Auto. Da schlief Hubert inzwischen den „Schlaf des Gerechten“. Ich legte mich leise neben ihn und schlief kurz darauf ebenfalls ein. Da der See auf dieser Seite bereits touristisch genutzt wird (von Mongolen und Ausländern gleichermaßen), gibt es hier größere Jurten-Camps. Es ist zwar bestimmt romantisch mal in so einer Jurte zu schlafen, hat aber nichts mit dem eigentlichen Nomadenleben in einer „echten“ Jurte zu tun. Uns sind es zu viele und so verschieben wir unseren geplanten Erhol-Tag, bis wir einen ruhigeren Platz gefunden haben.

Unsere Reise führt uns weiter zum „Chuluut-Fluss“. Dieser fließt ein großes Stück durch eine Basaltschlucht, die wir uns ansehen wollen und die an manchen Stellen bis zu 200 m tief sein soll. Unterwegs müssen wir einen lang gezogenen Hang hinauf und so mache ich mir den Spaß einmal alle Pisten zu zählen, die die gleiche Richtung wie wir haben. Es waren 24..!! Alle vereinigen sich an der einzigen Brücke über einen Fluss und strömen dann, wie befreit, wieder auseinander. Erfahrungsgemäß ist die äußerste Piste immer am besten zu befahren.

Der Baum der 100 Zweige

Am „Chuluut“ angekommen sind wir von der Schlucht beeindruckt. Sie ist einfach imposant. Dieser Fluss hat eine Länge von insgesamt 415 km und überwindet ein Gefälle von 2000 Höhenmetern. Man kann an den Gesteinsschichten des Basalts erkennen, wie verschieden starke Kräfte im Laufe der Jahrmillionen hier gewirkt haben. Bevor wir uns jedoch die Schlucht genauer ansehen, entdecken wir den „Baum der 100 Zweige“ – eine uralte sibirische Lärche – die mit vielen anderen uralten Lärchen ein kleines Wäldchen gegenüber der Schlucht bildet.

Diesen Baum wollte ich während unserer Reise unbedingt besuchen. Er ist den Mongolen heilig. Jeder der vorbei kommt umrundet ihn mehrfach, hinterlässt ein Gebetstuch oder eine Gabe. Auf einem mit Holzstangen aufgeschichteten Berg daneben, legt man nach dessen Umrundung noch einen Stein. Hier sind schon viele Menschen vorbeigekommen. An der Lärche hängen sehr viele, vorwiegend blaue und bunte Bänder und es liegen auch viele Geldscheine. Der Steinberg daneben hat auch schon eine beachtliche Größe angenommen.

Da der Baum ein Feuer überlebt hat und jetzt nicht mehr grünt, (Wir vermuten Blitzschlag oder Brandstiftung, weil nur dieser Baum betroffen ist.) hat man verschiedene andere Bäume als Ersatz gekennzeichnet. Wir sind sie alle abgelaufen, um herauszufinden, zu welchem Baum es uns besonders hinzieht. Hubert hat eine ganz andere Lärche mit wirklich schön gezeichneter Rinde „angesprochen“. Dort hinterließ er seine Gabe – Geld – in einem Astloch. Ich habe mein rotes, mit Edelweiß bedrucktes Berg-Halstuch an einen der Zweige des „Baumes der 100 Zweige“ gehängt, da meiner Meinung nach kein anderer Baum eine solche Energie ausstrahlt, wie dieser.

Dieser Baum ist eine der heiligsten Städte der Mongolei. Warum dieser Baum heilig ist, weiß wohl Niemand so genau. Aber er soll 9 Stämme haben, die der Sage nach das Symbol für Gold, Silber, Bronze, Lapislazuli, Messing, Kupfer, Perle, Koralle und Türkis sind. Er hat viele Stämme, ob es wirklich 9 sind, kann man nicht genau erkennen, aber sicher ist, es sind deutlich mehr Stämme, als bei den umstehenden Lärchen, von denen wiederum viele mindestens 2 Stämme besitzen, was ebenfalls ungewöhnlich ist. Wenn man ihn besucht, ohne eine Gabe zu hinterlassen, hat dies der Sage nach katastrophale Folgen. So sollen schon schlimme unbekannte Krankheiten oder Unfälle die Folge gewesen sein.

Wir wenden uns wieder Richtung Schlucht, suchen einen schönen Platz für die Nacht, ziehen noch einmal Bergschuhe an und entscheiden uns an diesem schönen Abend noch in die Schlucht hinab zu steigen. Hubert hatte einen Pfad entdeckt, den wahrscheinlich die Tiere als Weg zum Fluss, dem einzigen Wasser hier in dieser Gegend, nutzen. Am Fluss angekommen, klettern wir über Steine in ein Kiesbett und beschauen uns die Schlucht von unten. Wir finden rote Steine, die Marmor sein könnten. Rocky entdeckt einen Schafschädel mit Hörnern und dem dazugehörigen Fell. Nach dem Aufstieg gibt es Abendbrot mit Salat und lecker Melone, die wir ein – zwei Orte vorher erstanden hatten. Uns erwartet eine ruhige Nacht.

 

Am letzten Teil wird noch fleißig gearbeitet. Zur Überbrückung biete ich Dir Informationen zu Deinen eigenen Zielen und Wünschen auf dieser Themenseite an:

Motiviere-dich-selbst

 

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