Wahrheit 18 – Verständnis

 

 

Verständnis für den Anderen aufzubringen, ist wohl das Schwierigste in einer Beziehung. Aber es lohnt sich!

(Autor: ich)

 

Von der Sache her, sind Männer und Frauen gleichermaßen das Ergebnis der Entwicklung auf unserer Erde, und trotzdem sprechen sie „unterschiedliche Sprachen“. Glaubst Du nicht? Wir verwenden zwar dieselben Worte, aber verstehen teilweise verschiedene Sachen darunter. Das ist der „casus Knackses“ (= Knackpunkt) für unser gegenseitiges Verständnis.

 

Gründe für unser unterschiedliches Sprach-Verständnis

Die Evolution der Menschen hat einige Phasen durchschritten, in der unterschiedliche Anforderungen an beide Geschlechter gestellt wurden. Eine dieser Phasen war die Zeit, als die Menschen als „Jäger und Sammler“ in kleinen Stämmen zusammen lebten.

Dort war es die Aufgabe der Männer für ihre Familien auf die Jagd zu gehen und so alle mit Nahrung zu versorgen. Manches Mal streiften sie tagelang durch die Täler und Wälder, bis sie endlich erfolgreich waren. Zwischendurch versammelten sie sich am Abend um’s Feuer und zur Nachtruhe. So konnten sie in der Nacht abwechselnd Wache halten, bis es am nächsten Morgen wieder auf Streifzug ging.

Dabei schauten die Männer schweigend in die zuckenden Flammen des Feuers, denn es hatte – und hat es noch – eine ebenso beruhigende Wirkung auf uns Menschen, wie das gleichmäßige Plätschern von Wasser. Beides strahlt für uns Sicherheit und Geborgenheit aus.

Die Stammesväter konnten sich über die Jagd selbst ernähren. Dadurch waren sie so eigenständig, dass sie es nicht nötig hatten, sich in ihrer nächtlichen Runde mit den anderen Männern – über wenige Themen hinaus – zu verständigen.

Ganz anders die Frauen. Sie waren für das Sammeln von Beeren, Kräutern und Pilzen, sowie für den „Haushalt“ und die Betreuung der Kinder zuständig.

Wenn Ihr Familienvater bei seinen Streifzügen aus irgendeinem Grund zu Tode kam, standen sie mit ihren Kindern ohne Versorgung da. Denn Jagen war absolut Männersache. Aber wie sollten sie dann überleben?

Die Frauen entwickelten eine sinnvolle Strategie: Sie suchten vom ersten Tage der Familiengründung an, die Kommunikation mit den Frauen der anderen Familien. Dadurch bauten sie gut funktionierende Beziehungen auf, in denen man sich hilfreich zur Seite stand und die sie im Notfall retten konnten.

Denn die Frauen der intakten Familien konnten sich in die schwierige Lage hinein versetzen, wenn der Ernährer fehlte. Deshalb sorgten sie gemeinsam mit ihren eigenen Männern dafür, dass die Notleidenden genügend zu Essen bekamen und beschützt wurden.

Jeder hat damals hauptsächlich mit Personen des eigenen Geschlechts kommuniziert und so hat sich ganz still und leise eine unterschiedliche Bedeutung für gleiche Wörter herausgebildet.

 

Was hat das jetzt mit unseren heutigen Beziehungen zu tun?

Nun, unsere Männer schauen immer noch gern und still ins Feuer, auch wenn sie nicht mehr wirklich auf die Jagd gehen müssen. Das Feuer wurde um Internet, Zeitungen, Nachrichten, Sport-TV, Zocken etc. ergänzt. Damit können sie sich ebenfalls stundenlang beschäftigen, ohne ein Wort zu verlieren und fühlen sich wohl.

Die Sätze, die sie mit anderen Menschen wechseln, sind kurz und auf den Punkt. Das Gleiche erwarten sie auch von den Anderen, so auch vom weiblichen Geschlecht. Das aber, hat die Erfahrungen aus der Zeit der „Jäger und Sammler“ ebenso tief abgespeichert und verinnerlicht, sodass kurze eindeutige Antworten auf Fragen oder Erklärungen unbewusst gar nicht möglich sind.

Nachteil der Überlebensstrategie von einst: Männer hören nicht so lang zu. Frauen erwarten von den „Stammesvätern“ mehr Text und Detailangaben. Und so fühlt sich Keiner von Beiden richtig verstanden. Probleme sind vorprogrammiert.

Also, liebe Männer versucht etwas  mehr und detaillierter zu kommunizieren und,
liebe Frauen, versucht kurze klare Sätze zu verwenden!

 

Doch damit nicht genug!

Beispielsweise die Frage einer Frau an einen Mann: Kannst Du mir mal bitte helfen?, hat für Beide Geschlechter unterschiedliche Kernaussagen. Während Frau meint: Hast Du gerade Zeit mir zu helfen?, versteht Mann: Kannst Du das überhaupt? So fühlen sich viele Männer unbewusst in ihren Fähigkeiten angezweifelt und Frau ist krätzig, weil ER ihr einfach nicht hilft. (Besser: Hilf mir bitte! Oder: Mach mal bitte Dies und Jenes!)

Bei eigenen Problemen ziehen sich die meisten Männer in ihre „Höhle“ zurück. Soll heißen: Sie müssen die Schwierigkeiten mit sich selbst ausmachen und lösen, denn das ist männlich. Mann möchte also nicht mit Frau darüber reden. Erst, wenn er keine Lösung findet, spricht er mit seinem besten Kumpel. Wenn das die eigene Frau ist, hat sie – hast Du – schon Vieles richtig gemacht. Er fühlt sich von Dir verstanden.

Die meisten Frauen wollen aber auf Grund ihrer eigenen Handlungs-Struktur mit Mann sein Problem sofort besprechen und ahnen nicht, dass sie ihn damit noch verschlossener machen oder ihn sogar „aus dem Haus treiben“. Sport, Kneipe etc. könnten die Folge sein, immer mit der Möglichkeit, dass es irgendwo da draußen eine Frau gibt, die ihm keine Löcher in den Bauch fragt – die ihn versteht.

Also, liebe Frauen, fragt Euren Mann, ob er über seine Schwierigkeiten mit Euch reden möchte. Wenn nicht, lasst ihn in Ruhe und stellt nur fest, dass Ihr für ihn da seid.
Er kommt von ganz allein aus seiner Höhle zurück. Geduld!

Die meisten Geschöpfe des weiblichen Geschlechts lösen ihre Problem dadurch, dass sie mit anderen – sowohl Mann, als
auch Frau – darüber sprechen müssen. Dabei erkennen sie den Knackpunkt und haben selbst eine Lösung in Petto.

Was macht Mann – schließlich ist es männlich immer eine Lösung parat zu haben – er „setzt seine Handwerkermütze auf, schnallt seinen Werkzeuggurt um“ und gibt seine Lösung zum Besten: „Dann kündige doch!“ Jetzt fühlen sich die Mädels unverstanden.

Also, liebe Männer, wenn die Dame Eures Herzens Schwierigkeiten zu meistern hat, nehmt Euch Zeit für sie, hört richtig hin und vielleicht nehmt Ihr sie auch tröstend in den Arm. Dann fragt, ob Ihr helfen sollt. Wenn nicht, stellt fest, dass auch Ihr für sie da seid und, dass sie sicher eine Lösung finden wird.

In der Hoffnung mehr Verständnis für beide Seiten geweckt zu haben, wünsche ich Euch gutes Gelingen und eine glücklichere und zufriedenere Beziehung!

 

 

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