Wahrheit 33 – Kinder vorbereiten


Gute Eltern bereiten nicht den Weg für ihre Kinder vor.
Sie bereiten die Kinder
auf den Weg vor.

(Autor: unbekannt)

Kinder auf ihren Weg vorbereiten, ist wohl die größte Hürde, die Eltern nehmen müssen. Wenn es so einfach wäre wie es sich anhört, würden es alle tun und viele unsere Kinder hätten weniger Schwierigkeiten auf ihrem Lebensweg.

Ich habe selbst zwei Kinder „groß gezogen“ und das auch noch die meiste Zeit alleine, da mein Mann im Ausland auf Montage gearbeitet hat und dann viel zu früh verstorben ist.

Zwangsläufig musste ich mich schon zu Lebzeiten meines Mannes, dieser Aufgabe alleine stellen. Im Nachhinein bin ich davon überzeugt, dass mich das Leben auf diese Art und Weise genau dafür gerüstet hat: Meine Kinder allein auf ihren Weg vorbereiten.


Kinder vorbereiten – was habe ich getan?

Nun, ganz ehrlich, manchmal habe ich mir ein Handbuch oder die Möglichkeit zu einem „Führerschein für gute Eltern“ als Unterstützung für meine Erziehungsarbeit gewünscht. Leider gibt es so etwas nicht.

Wir müssen unseren Kindern beibringen, was gut und böse ist und das ist manchmal ziemlich anstrengend. Trotzdem: Betrachte Deine Kinder immer als Geschenk!

Davon abgesehen ist es egal, wie viele Kinder man hat, denn sie sind alle in ihren Fähigkeiten, Charaktere und Gefühlen verschieden. So habe ich in der Erziehung immer zuerst das versucht, was beim ersten Kind funktioniert hat, um dann festzustellen, beim Zweiten geht es nicht!


Welche Tipps kann ich Dir aus meiner Erfahrung
heraus geben?
Wie kannst Du Deine Kinder gut auf die Welt vorbereiten?

Erster Tipp: Gib nicht auf und hab Geduld, nimm Dein Kind wahr und lerne es immer besser kennen, um an den richtigen Stellschrauben zu drehen!

Beispiel: Bei dem ersten Kind kannst Du Dich sofort auf seine/ihre Augenhöhe begeben (Ganz wichtig!) und Deine Argumente überzeugend anbringen. Das zweite Kind muss sich erst beruhigen, bevor es für Deine Begründungen aufnahmefähig ist.

Zweiter Tipp: Nimm die Sorgen und Ängste Deiner Kinder ernst, auslachen ist der falsche Weg. Biete stattdessen Hilfe an, wenn sie nicht genutzt wird, dränge Dich nicht auf. Durch sachte Fragen nebenbei, kannst Du vielleicht „von hinter herum“ auf eine mögliche Lösung hinwirken.

Dritter Tipp: Wenn Du etwas als Strafe androhst – und das ist vor allem in der Pubertät nötig – sei Dir vorher im Klaren, dass Du dies dann auch konsequent (Ganz wichtig!) tun musst, sonst machst Du Dich lächerlich und wirst nicht ernst genommen.

Deshalb drohe niemals Schläge an. Damit kann man seine Kinder nicht auf die Welt vorbereiten. Es ist eher ein Zeichen, dass man keine guten Argumente hat. Ich bin ohne Prügel bei der Erziehung meiner Kinder ausgekommen. Ich rede hier nicht von einem kleinen Klapps auf die Finger, bevor sich das Kind vielleicht an etwas verletzt oder gar verbrennt.

Drohe auch niemals mit Liebesentzug, denn das hat kein Mensch der Welt verdient. Du wolltest Dein Kind? Dann setzte Dich anders mit ihm auseinander! Sage lieber, wie Du Dich gerade fühlst.

Vierter Tipp: Wenn schon Strafe androhen, dann sollte sie immer in Relation zur Verfehlung stehen und damit zu tun haben.

Beispiel: Das Kind soll jetzt den TV, PC oder Playstation ausschalten und zum Essen kommen. Du hattest bereits 10 Minuten vorher das Abendessen angekündigt. Das war also die zweite Info. Kommt es der Aufforderung trotzdem nicht nach, drohe mit TV-, PC- oder Playstation-Verbot für den Rest des Tages. Und dann, halte Dich daran!

Fünfter Tipp: Je mehr Deine Kinder Pflichten erledigen müssen, auf die Du Dich verlassen können musst, desto mehr sollten sie auch Rechte haben bzw. umgedreht. Schränke Rechte ein, wenn Pflichten nicht erledigt werden. Gerade bei Alleinerziehenden ist dieser Punkt wichtig. Arbeiten gehen und das Leben zu Hause managen, bedarf der Unterstützung.

Sechster Tipp: Die Pflichten sollten dem Alter angemessen sein und immer mal wechseln. Wer hat schon gerne Lust jeden Tag das Gleiche tun zu müssen. Du? Dazu empfehle ich eine „Kühlschrankliste“, auf der auch die Eltern mit drauf stehen sollten.

Siebter Tipp: Sei stolz auf Deine Kinder, sag ihnen das und belohne sie regelmäßig für ihre Unterstützung. Nicht täglich, aber vielleicht einmal pro Woche oder 14 Tage. Ihre Arbeit bekommt so Anerkennung. Belohnung schafft immer bessere Gefühle als Strafen.

Achter Tipp: Gerade in der heutigen Zeit, wo unsere Kinder so schnell mit den falschen Menschen zusammentreffen können, ist es wichtig, jeden Tag ernsthaftes Interesse an ihrem Leben, Gefühlen und Problemen zu haben. Nimm Dir für die Kinder Zeit – täglich! (Ganz wichtig!)

Neunter Tipp: Lobe sie für das, was sie können und werfe ihnen nicht ständig vor, was sie nicht können. Es werden nicht nur Studierte, sondern auch Handwerker in unserem Land gebraucht.

Zehnter Tipp: Fördere ihre Talente, unterstütze sie bei ihren Schwächen, beantworte ihre Fragen nicht mit: „Dafür bist Du noch zu klein!“, lieber mit: „Keine Ahnung, aber lass uns das herausfinden!“ Und dann tue es!

Elfter Tipp: Mit Vertrauen, Verständnis und viel Humor wirst Du zum besten Elternteil für ihre Welt! Das ist doch ein lohnendes Ziel, stimmts?!

Zwölfter Tipp: Wenn Du etwas von Deinen Kindern möchtest, dann lass Dich nicht auf Diskussionen ein, mach bitte grundsätzlich klare und eindeutige Ansagen (Ganz wichtig!), sonst hast Du verloren.

Dreizehnter Tipp: Natürlich kannst Du auch mal falsch liegen, dann steh dazu, denn Du bist auch nur ein Mensch. Das bringt Dir mehr Respekt ein, als Du vielleicht für möglich hälst.

Letzter Tipp: Nimm Deine Kinder regelmäßig in den Arm (am besten täglich) und sage ihnen, egal wie sie drauf sind, dass Du sie von ganzem Herzen liebst! (Ganz, ganz wichtig!) Du hinterlässt in deren Leben Deine Fußspuren!

Meiner Meinung nach braucht es neben: Essen, Trinken, Kleidung und einem Dach über dem Kopf nicht viel mehr, um Kinder zu glücklichen und selbständig handelnden Persönlichkeiten zu erziehen, die gut auf ihr Leben vorbereitet sind.

In diesem Sinne alles Gute für Deine Familie und bleibe konsequent!


Wenn Dir die Kraft ausgeht, dann nutze diesen Link und Du bekommst Hilfestellung:

Motiviere-dich-selbst/

 

 

2 thoughts on “Wahrheit 33 – Kinder vorbereiten”

  1. Ich habe selbst drei Kinder, fast allein großgezogen, ja ich stimme dir zu, denn jedes hat seine eigne Persönlichkeit ist wertvoll mit Herz und Verstand, 2 mal Pubertät habe ich schon hinter mir und die war wirklich sehr aufregend beim ersten dachte ich, bin ich da drin oder der Sohn, beim zweiten hab ich schon nicht mehr alles so auf die Waag Schale geleckt.
    Denn ich sehe ich hab mein Sache gut gemacht, mit Herz, Liebe, Verständnis man bekommt immer was zurück im Leben.
    Der dritte hat noch ein paar jahre,ich bin gespannt wie es wird. Gr. Susanne

  2. Hallo Susanne,
    3 Kinder fast alleine groß zu ziehen ist eine ziemliche Herausforderung und Du hast meinen Respekt. Schön, dass Du den Umgang mit unseren Kindern genau so siehst. Ich freue mich auf weitere Kommentare von Dir und wünsche Dir alles Gute. LG Kerstin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*