Wahrheit 24 – Weihnacht



Weihnacht` wie es früher war

Ich wünsche Dir in diesem Jahr,
mal Weihnacht` wie es früher war.

Kein Hetzen zur Bescherung hin,
kein Schenken ohne Herz und Sinn.

Ich wünsch` Dir eine stille Nacht,
frostklirrend und mit weißer Pracht.

Ich wünsche Dir ein kleines Stück
von warmer Menschlichkeit zurück.

Ich wünsche Dir in diesem Jahr,
`ne Weihnacht, wie als Kind sie war.

Es war einmal, schon lang ist`s her,
da war so wenig – so viel mehr.

(Autor: deingewicht.de – Jutta Gornik)



Erinnerst Du Dich manchmal an die Weihnachtszeit
in Deiner Kindheit?


Ich schon! Als ich Kind war, wohnten wir in einer Altbauwohnung in einem mehrstöckigen Haus mit „Plumsklo“. In jedem Stockwerk gab es 3 Wohnungen. Unsere lag im I. Stock. Vom Wohnzimmer aus konnten wir zur Straße raus blicken.

Am Heilig-Abend mussten wir Kinder immer eine Etage höher, zu einer alten Frau gehen. Diese
herzliche alte Dame war für uns wie eine Ersatz-Oma. Bei ihr verbrachten wir die Warte-Zeit, bis der Weihnachtsmann endlich bei unseren Eltern zu Besuch war und unsere Geschenke abgegeben hatte.

Mit unserer Ersatz-Oma lehnten wir jedes Mal auf deren Fensterbank und schauten die ganze Zeit hinaus, zu den erleuchteten Fenstern in den Häusern gegenüber. Auf den Tannenbäumen konnte man viele Kerzen funkeln sehen und in dem einen oder anderen Fenster standen die erzgebirgischen Schwipp-Bögen.

Insgeheim hofften wir, dass wir den Weihnachtsmann – trotz heftigen Schneetreibens – auf seinem Schlitten „heranbrausen“ sehen konnten. Gleichzeitig flöste uns die Aussicht, dass genau das passiert und wir ihm vielleicht noch von Angesicht zu Angesicht gegenüberstehen müssten, ziemlich viel Angst ein.


Weihnachten war aufregend!


Schon lange im Vorfeld mussten wir unsere Wunschzettel malen bzw. schreiben, je nachdem, ob wir schon schreiben konnten. Dann wurden die Zettel so an das Wohnzimmerfenster gestellt, dass sie der Weihnachtsmann – wenn er irgendwann einmal vorbei flog – von draußen gut erkennen konnte.

Meine Wunschzettel waren damals immer gleich: Ich wünschte mir einen Malblock, Buntstifte, Bleistift und Radiergummi. Malen war für mich früher das Größte.

Ich habe keinen blassen Schimmer, was damals die Erfüllung derartiger Wünsche gekostet hat, aber ich glaube, sie waren bescheiden und damit erfüllbar.

Größere Wünsche, wie Puppenstuben, Kaufmannsladen, Puppen, Spielzeugautos und eine elektrische Eisenbahn waren je nach finanziellen Möglichkeiten schon auch mal als Geschenk drin. Allerdings bekam nicht jedes Kind seine eigenen Spielsachen, sondern es wurden die Teuren gehegt und gepflegt, um sie von Generation zu Generation weitergeben zu können.

Natürlich wurde alles ein wenig „aufgehübscht“ – z. B. mit selbst genähten oder gestrickten Kleidern für die Puppen, neuen Lampen oder Gardinen für das Puppenhaus oder die Eisenbahn wurde um eine Brücke ergänzt.


Und dann war es soweit!


Wir durften nach unten, in unsere Wohnung und standen mit leuchtenden Augen vor einem wunderschön geschmückten Weihnachtsbaum. Kerzen und Wunderkerzen schillerten um die Wette. Weihnachtsmusik sorgte für die entsprechende Stimmung.

Dann endlich suchten wir auf den Päckchen unterm Baum, das heraus, welches unseren Namen trug und packten es voller Spannung aus. Es war immer etwas dabei, was wir dringend benötigten (Jacken, Stiefel etc.) und immer etwas, was uns überraschte. Eine tolle Zeit!


Was macht Weihnacht wirklich aus?


Die finanziellen Möglichkeiten waren für viele Eltern damals ziemlich begrenzt. Deshalb verwandten sie viel Zeit und Mühe darauf, um uns – ihre Kinder – trotzdem glücklich zu sehen. Und das, obwohl sie 48+3/4- Stunden jede Woche arbeiten mussten und nur ganze 18 Tage Jahresurlaub zur Verfügung hatten.

Dabei waren wir schon froh, wenn sie mal ein bisschen mehr Zeit für uns und die Familie hatten. Das war für uns immer das Besondere an Weihnacht.

Wenn ich bedenke, dass heute die meisten Menschen nur 35-40 Stunden wöchentlich arbeiten und bis zu 30 Tagen Urlaubsanspruch im Jahr zur Verfügung haben, frage ich mich, warum sich ein Großteil der heutigen Kinder immer noch mehr Zeit mit den Eltern wünscht.

Sowohl unsere Kinder, als auch Freunde und Verwandte brauchen überhaupt nicht viel zum Glücklichsein: Nur wieder einmal gemeinsam spielen, über Kleinigkeiten freuen, vielleicht eine Schneeballschlacht, zusammen gemütlich Essen, ein paar Kuscheleinheiten teilen, eben gemeinsame Zeit und ganz viel Lachen!
„Kein Geld“ zu haben, ist keine Ausrede.

Du bist an den Feiertagen allein? Dann verwöhne Dich mit allem, was Dir momentan gut tut. Gönn Dir ein eigenes Geschenk und ein gutes Mahl. Vielleicht gibt es in der Nachbarschaft einen Menschen, dem es nicht so gut geht, wie Dir und mir. Vielleicht freut sich dieser über ein paar herzliche Worte, ein paar Lebkuchen oder einen Becher Glühwein von Dir.

Geben ist seliger, denn Nehmen!

(Autor: Paulus aus dem Neuen Testament)

Mach Dich glücklich!

Ich wünsche Dir von ganzem Herzen ein frohes Weihnachtsfest in

Frieden, Harmonie und Liebe.

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